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Private Vollkrankenversicherung

Wenn Sie eine der hier beschriebenen Voraussetzungen erfüllen, können Sie aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln. 

Achtung: Da es, bis auf wenige Ausnahmen, kein zurück mehr gibt, wenn Sie einmal die gesetzliche Versicherung verlassen haben, will dieser Schritt wohlüberlegt sein.

Hier eine kurze Übersicht der Vor- und Nachteile:

Nachteile:

  • Risikoprüfung:
    Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung, die jeden Versicherungspflichtigen ohne Vorbedingungen aufnehmen muss, können sich die privaten Krankenversicherer ihre Versicherten aussuchen – und das tun sie auch! Insbesondere die Gesundheitsprüfung stellt dabei für manche eine große Hürde da: Im Antrag fragt der Versicherer nach Vorerkrankungen, d.h., welche Beschwerden, Krankheiten und Behandlungen einen gewissen Zeitraum vor Antragstellung vorgelegen haben und ob Folgen verblieben sind oder gar chronische Beschwerden auftreten. Je nachdem, welche Dinge dabei zu Tage kommen, gibt es eine reibungslose Aufnahme (mittlerweile eher selten), eine Ablehnung oder das Angebot eines Zuschlags für genannte Erkrankungen. Für die Betroffenen sind die beiden letztgenannten Reaktionen oft ernüchternd – sie dienen aber dem Schutz des Versichertenkollektivs, denn umgekehrt wären Sie kaum begeistert, wenn die Versicherung alles aufnimmt, was gerade noch laufen kann, denn die Kosten für deren Behandlung zahlen Sie durch die nächste Beitragsanpassung. Dabei werden oft die Kosten von ‚Kleinigkeiten’ unterschätzt: So kann die Behandlung eines Nagelpilzes bei privatärztlicher Behandlung die Versicherung(sgemeinschaft) schnell 300-500 € im Monat kosten – und das kann dauern, bis der Pilz völlig verschwunden ist…
    Lassen Sie sich durch eine (drohende) Ablehnung oder einen (drohenden)  Risikozuschlag keinesfalls dazu hinreißen, diese Gesundheitsangaben unter den Tisch fallen zu lassen! Bei der Antragsstellung geht es nach ‚Treu und Glauben’ – die Gesellschaft prüft hier i.d.R. nur die gemachten Angaben -  nicht, ob irgendwelche Angaben unterlassen wurden. Aber dann, wenn später Rechnungen zu einer Krankheit bzw. Behandlung eingereicht werden, erfolgt oft eine routinemäßige Kontrolle bei den Ärzten, ob diese Krankheit nicht schon vor Antragstellung aufgetreten ist und nicht angegeben wurde. Falls sich das bestätigt, wird es bitter, denn dann kann die Versicherung den Vertrag kündigen (was sie tun wird, wenn schon hohe Kosten angefallen oder zu erwarten sind) oder die Fortführung gegen einen Zuschlag anbieten. Und der hat sich meist gewaschen… Wie die Chancen stehen, bei der ‚Versicherungsgeschichte’ von einer anderen Versicherung aufgenommen zu werden, können Sie sich vermutlich selber ausrechnen. Wenn dann auch noch der Weg zurück in die gesetzliche Krankenversicherung verwehrt ist, stehen Sie ohne jede Absicherung da!
    Zudem prüfen viele Gesellschaften auch routinemäßig die Bonität ihrer Antragsteller.
  • Beitragspflicht für jede versicherte Person:
    Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung, bei der es noch die freie Familienversicherung gibt (mal sehen, wie lange noch), wird in der privaten Krankenversicherung für jeden Versicherten ein eigener Beitrag erhoben – also auch für Kinder, die nicht über einen der Elternteile gesetzlich versichert werden können (oder sollen). Wer die Leistungen einer PKV schätzen gelernt hat und es sich leisten kann, wird es sicher tun, aber gute 100 € pro Kind und Monat sind nicht zu unterschätzen – vor allem, wenn durch die Geburt ein Verdiener ausfallen sollte (durch das neue Elterngeld soll dies zumindest etwas entschärft werden). Wer hier sparen will und das Kind nicht bei der eigenen Versicherung, sondern einem günstigeren Anbieter unterbringt, kann ein richtiges Fiasko erleben, wenn er nicht aufpasst!
  • Höhere Eigenverantwortung:
    Auch derjenige, der so etwas wie einen ‚Vollkaskotarif’ (höchste Leistungen, geringer oder kein Selbstbehalt) bei einer privaten Versicherung abschließt, sollte sich mit seinen Rechnungen auseinandersetzen. Manche Ärzte entfalten insbesondere bei Privatpatienten eine schon fast künstlerisch anmutende Kreativität, was Art und Höhe der in Rechnung gestellten Leistungen betrifft. Prüfen Sie daher, ob Sie sich bei den Diagnosen und Behandlungen wieder finden. Eine ungerechtfertigt hohe Rechnung belastet Ihr Budget durch eine Selbstbeteiligung entweder direkt oder durch hohe Aufwendungen der Versicherung und damit die nächste Beitragsanpassung indirekt.
    Auch gewähren einige Versicherungen Beitragsrückerstattungen für den Fall, dass keine Leistungen in Anspruch genommen wurden. Es lohnt sich also durchzurechnen, ob die mögliche Erstattung nicht eventuell höher ist, als die Rechnungen, die Sie einreichen wollen.
  • Einkommensunabhängiger Beitrag:
    Bei der privaten Krankenversicherung richtet sich der Beitrag nach Ihrem Eintrittsalter, dem gewünschten Versicherungsschutz und eventuellen Risikozuschlägen. Er ist also (bis auf den Tagegeldtarif) vollständig unabhängig von Ihrem Einkommen. Dies kann noch von Vorteil sein, so lange der Beitrag Ihrer PKV bei voller Erwerbstätigkeit unter dem vergleichbaren in der GKV liegt – sollte allerdings Ihr Einkommen z.B. durch Erziehungszeiten, sonstige Teilzeit oder durch Ihren Ruhestand ändern, müssen Sie dennoch den Beitrag in gleicher Höhe weiterzahlen (mit wenigen Ausnahmen allerdings).

Vorteile:

  • Vertraglich festgelegte Leistungen:
    Mit Abschluss einer privaten Krankenversicherung wird ein Vertrag zwischen Ihnen und der Gesellschaft geschlossen. Dabei ist Ihre Pflicht vor allem, den vereinbarten Beitrag zu zahlen. Aufgabe der Versicherung ist es, die zugesagten Leistungen zu erbringen. Die Gesellschaft ist dabei nicht berechtigt, diese Leistungen einseitig zu ändern. Wenn Sie beim Zahnersatz 80% der Aufwendungen erstattet bekommen, haben Sie einen Anspruch darauf, so lange der Vertrag läuft. In der gesetzlichen Krankenversicherung kann der Leistungskatalog jederzeit durch gesetzliche Bestimmungen geändert werden, wovon auch regelmäßig Gebrauch gemacht wird, um die Beitragserhöhungen abzufedern.
  • Altersrückstellungen:
    Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung werden bei privaten Krankenversicherern Altersrückstellungen gebildet – bei weniger guten zumindest in Höhe der gesetzlichen Vorgaben, bei guten auch einiges darüber hinaus. So wird in jungen Jahren, wenn die Ausgaben i.d.R. unter den Beitragseinnahmen liegen, Kapital angesammelt, dass zur Abfederung von Beitragsanpassungen dient, wenn sich dieses Verhältnis mit zunehmendem Alter umkehrt. In der GKV fehlt dieser Mechanismus, wodurch sämtliche Ausgaben aus den laufenden Beiträgen finanziert werden müssen.
  • Individuell kalkulierte Beiträge:
    Bei der PKV zahlen Sie für die Leistungen, die Sie wünschen. Wenn Sie auf bestimmte Tarife mit den entsprechenden Leistungen verzichten, brauchen Sie dafür auch keinen Beitrag zu zahlen – wird eine Leistung aus dem Katalog der GKV gestrichen, zahlen Sie deshalb noch lange nicht weniger. Ebenso zahlen Sie vor allem für Ihre Krankengeschichte und nicht die der anderen – hat jemand ein höheres Risiko, Leistungen in Anspruch nehmen zu müssen, zahlt er auch mehr.
    Insbesondere, wer schon in jungen Jahren und gesund in die PKV wechseln kann, zahlt oft weniger als in der GKV. Wird diese Ersparnis konsequent zur Seite gelegt, können Sie sich einen zusätzlichen Puffer für die Beiträge im Alter aufbauen.
  • Umfangreiche Leistungen:
    Die Leistungen, die Sie auf Wunsch in der privaten Krankenversicherung nutzen können, liegen weit über dem, was der Katalog der GKV ermöglicht. Als Beispiel seien hier nur umfangreiche Erstattungen bei Heilpraktikerleistungen und Aufwendungen für Zahnersatz, sowie 1- oder 2- Bettzimmer mit Chefarztbehandlung genannt.

 

Wenn Sie nun wissen, dass Sie sich privat versichern möchten, wie finden Sie dann eine geeignete Gesellschaft?
Auf jeden Fall sollten Sie die Entscheidung nicht überhastet treffen. Der spätere Wechsel ist durch ein höheres Eintrittsalter, mögliche Einschränkungen bei Ihrem Gesundheitszustand und der Tatsache, dass Sie bei einem Wechsel derzeit noch die gebildeten Altersrückstellungen verlieren, meist mit Nachteilen verbunden. Als kleine Entscheidungshilfe finden Sie hier (LINK) einen Artikel von Arno Surminski zu diesem Thema. Herr Surminski ist Ombudsmann für die private Krankenversicherung, also die erste Anlaufstelle, wenn Sie als Kunde Ärger mit Ihrer Gesellschaft haben.

Hier noch einige Kriterien in einer kurzen Zusammenfassung:

  • Betriebswirtschaftliche Kennzahlen:
    Nach Meinung der Zeitschrift Finanztest spielen sie nur eine untergeordnete Rolle – sie können sich ja schließlich ändern… Wie aber soll beurteilt werden, wie es um die wirtschaftliche Lage einer Gesellschaft steht, wenn nicht auch ein intensiver Blick auf die Kennzahlen geworfen wird? Schließlich muss die Versicherung in der Lage sein, die Ihnen vertraglich zugesagten Leistungen auch für einen langen Zeitraum einhalten zu können. Insbesondere spielt dabei das versicherungstechnische Ergebnis eine Rolle, also die Frage, ob die Gesellschaft mit dem, was sie originär machen sollte, nämlich Versicherungsschutz zu bieten, Geld verdient, oder ob Tarife durch andere Töpfe aufgefüllt werden.
  • Erfahrung der Gesellschaft:
    Die Krankenversicherung sollte nicht erst gestern in diesem Bereich tätig sein. ‚Junge’ Versicherer haben naturgemäß meist auch durchschnittlich jüngere Kunden. Ob ein Tarif aber wirklich sauber kalkuliert wurde, zeigt sich aber meist erst, wenn die Kunden älter werden.
  • Tarifzahl der Versicherung:
    Folgendes Szenario tritt immer wieder auf: Ein Tarif ist zu knapp oder einfach schlecht kalkuliert und es kommt zu erheblichen Beitragserhöhungen. Der Tarif wird durch den hohen Beitrag für neue Versicherte uninteressant, wird geschlossen und vergreist. Um wieder neue Versicherte zu gewinnen, wird dann einfach ein neuer Tarif aufgelegt. Eine möglichst geringe Anzahl an Tarifen ist also meist ein gutes Zeichen für eine gute Krankenversicherung. Viele Tarife, von denen gar schon einige geschlossen sind, und neue, die nicht deutliche Leistungsunterschiede aufweisen, mahnen dagegen zur Vorsicht.
  • Gesellschaftsform der Versicherung:
    Auch bei der Krankenversicherung spielt es eine Rolle, unter welcher Gesellschaftsform eine Versicherung auftritt. Näheres dazu finden Sie hier.

 

Weniger geeignete Kriterien für die Wahl sind:

  • die Kulanzerfahrungen:
    Kulant kann eine Gesellschaft nur sein, so lange es wirtschaftlich gut geht. Wenn die Finanzlage einmal eng wird, ist das erste an dem gespart wird, alles, was nicht vertraglich garantiert ist.
  • die Prozesskostenquote:
    Nur die Anzahl der Prozesse im Verhältnis zur Mitgliederzahl sagt noch gar nichts aus. Jeder, der einen Nachbarn hat, weiß, dass es manchmal einfach Leute gibt, die ein wenig streitfreudiger sind als andere. Das gilt nach unseren Erfahrungen eher für die Kunden als für die Gesellschaften. Eine solche Quote hilft nur dann weiter, wenn Sie auch wissen, worum es in den Prozessen ging und vor allem, wie das Ende aussah. Wenn die Versicherung den Großteil der Verhandlungen gewinnt, ist auch eine hohe Prozessquote noch kein negativer Hinweis.

 

Was ist bei der Kündigung einer PKV zu beachten?