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Die betriebliche Altersvorsorge

Im Folgenden finden Sie viele Informationen zur betrieblichen Altersvorsorge. Wenn Sie lieber eine persönliche Beratung wünschen, klicken Sie bitte hier.

 

Wie funktioniert die betriebliche Altersvorsorge?

Am Anfang der betrieblichen Altersvorsorge steht eine Zusage. Das Unternehmen sagt dem Arbeitnehmer eine Leistung zu. Die zulässigen Leistungen sind dabei unterschiedlich, z.B. eine Altersrente, eine Berufsunfähigkeitsrente für Sie oder eine Todesfallsumme oder Witwen- und Waisenrente für Ihre Hinterbliebenen. Diese Leistungen können auch kombiniert werden. Oft gibt schon ein Tarifvertrag vor, welche Leistungen die Firma Ihren Angestellten gegenüber erbringen darf oder muss.

Als nächstes unterscheidet man zwischen arbeitgeber- und arbeitnehmerfinanziert, also, ob das Unternehmen diese Leistung zusätzlich zum Gehalt ihrer Mitarbeiter erbringt, oder ob für die Zusage ein Teil des Gehaltes des Mitarbeiters ‚umgewandelt’ wird.

 


Zuletzt stellt sich die Frage nach dem Durchführungsweg, also dem Instrument, mit dem diese Leistungen erbracht werden.

Die meisten von Ihnen werden die Direktversicherung kennen. Dies ist der am häufigsten gewählte Durchführungsweg. Aber es gibt auch noch andere: die Pensionskasse, den Pensionsfonds, die Unterstützungskasse und die Direktzusage.

Seit den letzten Änderungen durch das Alterseinkünftegesetz gelten für die drei erstgenannten Durchführungswege die gleichen steuerlichen Rahmenbedingungen:

Beiträge zu einem dieser drei (auch als versicherungsförmig bezeichneten) Durchführungswege sind bis zu einem Betrag von 2.520 € (entspricht 4% der jeweils gültigen Beitragsbemessungsgrenze (West)) steuerfrei und bis einschließlich 2008 müssen darauf keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden.

Wie wirkt sich das nun für Sie aus?

Ein Beispiel: Angestellter, ledig, keine Kinder (Sonderbeitrag Pflegeversicherung: 0,25%), Jahresbrutto 36.000 €, kirchensteuerpfl., Krankenversicherungsbeitrag 13,3% (+0,9%)

aktuelle GehaltsabrechnungGehaltsabrechnung mit Direktversicherung
monatliches Bruttogehalt3.000 €3.000 €
Beitrag zu DV aus Gehaltsverzicht0 €-100 €
Gesamtbrutto3.000 €2.900 €
-Steuern (inkl.Soli; Ki-St.)632,27 €595,87 €
-SozVersicherung649,50 €627,85 €
Nettogehalt1.718,23 €1.676,28 €
Differenz netto alt/neu- 41,95 €

Das bedeutet, dass Sie ein monatlicher Beitrag von brutto 100 € in eine Direktversicherung netto nur 41,95 € kostet.

Noch eindrucksvoller wird das Ergebnis, wenn man noch die Vermögenswirksamen Leistungen (VL) in die betriebliche Altersvorsorge einfließen lässt. Viele bekommen diese Zulage von Ihrem Arbeitgeber und besparen damit einen Bausparvertrag oder einen Fondssparplan (wenn das Geld in eine private Lebensversicherung fließt, haben Sie die ungünstigste aller für die VL zur Verfügung stehenden Möglichkeiten). Was viele dabei aber auf ihrer Gehaltsabrechnung übersehen ist, dass die VL zum Brutto gezahlt werden, also dass davon noch Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden müssen. Wenn die Vermögenswirksamen Leistungen dagegen in eine betriebliche Altersversorgung fließen, sieht die obige Tabelle so aus:

 aktuelle GehaltsabrechnungGehaltsabrechnung mit DirektversicherungGehaltsabr. mit DV + VL
monatliches Bruttogehalt3.000 €3.000 €3.000 €
Arbeitgeberanteil VL25 €25 €25 €
Beitrag zu DV aus Gehaltsverzicht0 €-100 €-100 €
Beitrag aus VL gesamt-40 €
zusätzl. Beitrag aus Ersparnis VL-54,42 €
Gesamtbrutto3.025 €2.925 €2830,58 €
-Steuern (inkl. Soli; Ki-St.)-641,45 €-604,95 €-570,98 €
-SozVersicherung-654,92 €-633,27 €-612,82 €
Nettogehalt vor VL1.728,63 €1.686,78 €1.646,78 €
- Überweisung VL-40 €-40 -0 €
Nettogehalt nach VL1.688,63 €1.646,78 €1.646,78 €

Das bedeutet, dass Sie durch die Umwandlung von Vermögenswirksamen Leistungen mit zusätzlichen Beiträgen in Höhe von 100 € vom Bruttoeinkommen in eine Direktversicherung auf einen monatlichen Sparbeitrag in Höhe von 194,42 € kommen und Ihnen netto nur 41,85 € im Vergleich zur vorherigen Anlage der VL fehlen!

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Sozialversicheurngsfreiheit nach jetziger Gesetzeslage ab 2009 wegfällt. Aber auch dann ergibt sich aus dem Steuervorteil ein großes Potential.

Es gibt auch Haken

Bei soviel Vorteilen muss es doch auch Einschränkungen geben, oder? Ja, die gibt es:

Die Leistungen aus einer betrieblichen Altersvorsorge werden bei der Auszahlung voll besteuert. Damit befindet sich die BAV aber in guter Gesellschaft: es gilt der Grundsatz in der Altersvorsorge: Der Staat kann sich keine Geschenke leisten – wenn Sie jetzt keine Steuern zahlen, dann später. Für Sie ergeben sich daraus dennoch Vorteile: Die gestundete Lohnsteuer fließt mit in den Vertrag. Dadurch erreichen Sie also einen erheblichen Zinseszinseffekt. Außerdem ist nach der derzeitigen Entwicklung davon auszugehen, dass Ihr Steuersatz im Alter niedriger sein wird, als während Ihres Erwerbslebens.

Ebenfalls erwähnt werden muss, dass für Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge bei gesetzlich Krankenversicherten auch Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen. Aber auch hier haben Sie durch die Stundung wieder einen Zinsvorteil.

Was nach 2008 passiert, ist noch ungewiss: Ab 2009 soll nach jetziger Gesetzeslage die Sozialversicherungsfreiheit während der Ansparphase wegfallen. Wenn dies bisher auch nur für die arbeitnehmerfinanzierte BAV gilt, gehen Experten wie Prof.Rürup davon aus, dass auch über 2008 hinaus keine Sozialversicherungsabgaben in der Ansparphase geleistet werden müssen.

Eine weitere Einschränkung stellt die mangelnde Verfügbarkeit dar. Leistungen für eine betriebliche Altersversorgung dürfen erst mit dem offiziellen Renteneintritt, frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres, abgerufen werden.

Außerdem kann der Vertrag auch nicht einfach vorzeitig gekündigt oder beliehen werden. Da  Sie also keinen Zugriff auf das angesparte Kapital haben, wird es dafür auch bei einer längeren Arbeitslosigkeit im Rahmen von Harz IV nicht berücksichtigt.

Wie komme ich an einen Vertrag zur betrieblichen Altersvorsorge?

Nach dem Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG) haben Sie gegenüber Ihrer Firma einen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge. Wenn Ihr Unternehmen keinen der oben genannten Durchführungswege anbietet, haben Sie einen Anspruch darauf, dass Ihre Firma für Sie wenigstens eine Direktversicherung abschließt.

Sollte bereits ein Durchführungsweg verfügbar sein, muss Ihr Chef keinen weiteren mehr einrichten. Ebenso kann er festlegen, dass nur Tarife einer bestimmten Gesellschaft abgeschlossen werden können.

Wenn Sie einen guten Draht zu Ihrem Chef oder der Personalabteilung haben und Ihr Betrieb z.B. nicht die oben genannte Möglichkeit bietet, die Vermögenswirksamen Leistungen in die betriebliche Altersversorgung einzuzahlen, können Sie hier mit einem guten Berater einiges bewegen. Wir unterstützen Sie dabei gern. 

Hinweis für privat Krankenversicherte

Natürlich werden bei Ihnen keine Krankenversicherungsbeiträge auf die Leistungen aus der BAV fällig, schließlich haben Sie ja auch keine gespart.

Ein anderer Punkt ist aber viel wichtiger: Wenn Sie sich mit Ihrem Einkommen knapp über der Versicherungspflichtgrenze (in 2006: 47.250 €) bewegen, seien Sie vorsichtig mit einer Gehaltsumwandlung in die betriebliche Altersversorgung! Für die Pflichtgrenze zählt das beitragspflichtige Bruttoeinkommen. Da auf Einzahlungen in die BAV aber keine Beiträge erhoben werden, zählen sie auch nicht dazu. Eventuell können Sie durch den Abschluss einer betrieblichen Altersversorgung unter die Pflichtgrenze rutschen und somit wieder gesetzlich pflichtversichert werden! Umgekehrt mag es einige Lebenssituationen geben, in denen dies gewünscht wird. Also prüfen Sie die Auswirkungen aus dem Abschluss einer BAV genau!

Worin unterscheiden sich die Durchführungswege?

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