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Das Alterseinkünftegesetz

Das, was die meisten von Ihnen zum Thema Alterseinkünftegesetz Ende 2004 vermutlich mitbekommen haben, ist die Besteuerung von Lebensversicherungen, auf die an allen Orten hingewiesen worden ist. Tatsächlich geht die wahre Bedeutung aber weit darüber hinaus: Mit dem am 01.01.2005 in Kraft getretenen Alterseinkünftegesetzes erfolgt eine radikale Umstrukurierung der Altersvorsorge.            

Viele von Ihnen kennen vielleicht noch das Säulenmodell der Altersvorsorge: 




Im Jahr 2001 wurde dieses Säulenmodell durch die Einführung der Riesterrente modifiziert: Das allgemeine Rentenniveau wurde gesenkt, und dafür eine staatlich geförderte Zusatzversorgung eingeführt, die nach dem ursprünglichen Ideengeber 'Riesterente' (eigentlich: Zulagenrente nach dem Altersvermögensgesetz) genannt wurde. Wie sooft bleiben zwischen einer Idee und ihrer Umsetzung einige Details auf der Strecke, so dass es nicht allein die Schuld von Herrn Riester ist, dass sich die gleichnamige Rente zunächst vor allem einen Namen als ein komplexes bürokratisches Monstrum machte. Aus diesem Grund weigert sich auch Herr Rürup mit Händen und Füßen dagegen, der von ihm erdachten Basisrente, zu der wir gleich noch näher kommen, seinen Namen zu geben.  

Mit dem Alterseinkünftegesetz wurden jetzt, bildlich gesprochen, die Säulen umgeworfen und dafür das Schichtmodell eingeführt:




Die Unterschiede in den einzelnen Schichten liegen vor allem in der steuerlichen Behandlung und den sich daraus ergebenden Anforderungen.            

Das wesentliche Merkmal des Alterseinkünftegesetzes ist der Wechsel von der vorgelagerten zur nachgelagerten Besteuerung der Altersleistungen. Und das betrifft nicht nur die Lebensversicherungen, deren Erträge bei Auszahlung besteuert werden, wenn sie nach dem01.01.2005 abgeschlossen wurden, sondern auch die Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung! Die wurden zwar auch schon davor besteuert, aber nur mit dem Ertragsanteil (bei Rentenbeginn mit 65 Jahren waren das im letzten Jahr 27% der gesetzlichen Rente, die versteuert werden mußten). Beginnend mit 2005 wurden 50% der gesetzlichen Renten besteuert. Der Satz steigt dann bis 2020 um jeweils 2 Prozentpunkte und danach bis 2040 um jeweils einen Prozentpunkt. 2006 müssen somit 52% versteuert werden. Der Satz, der gilt, wenn man in Rente geht, bleibt dabei für den Rest des Lebens erhalten. Das gilt allerdings nicht für zukünftige Rentenerhöhungen. Angesichts der zunehmenden Seltenheit dieses Ereignisses ist dies aber zu vernachlässigen.            

Da es grundsätzlich keine doppelte Besteuerung geben darf, die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung aber aus versteuertem Einkommen gezahlt werden, muss an anderer Stelle für Entlastung gesorgt werden: In einem ähnlichen Modell, in dem die Renten besteuert werden, werden die Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung von der Steuer befreit. Dabei wird hier mit 60% angefangen und in Schritten von zwei Prozentpunkten erhöht sich diese Zahl bis zum Jahr 2025 auf 100%.